Die NASA bereitet sich auf einen zweiten Versuch vor, ihre riesige Artemis-2-Rakete am 19. Februar vollständig zu betanken, nachdem ein früherer Test aufgrund eines Lecks von flüssigem Wasserstoff (LH2) abgebrochen wurde. Diese „nasse Generalprobe“ ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur ersten bemannten Mondmission seit dem Apollo-Programm, und ihr Erfolg ist entscheidend für die Einhaltung des Startplans.
Wiederkehrende Probleme mit Lecks
Beim ersten Betankungsversuch, der am 31. Januar begann, stieß man auf ein Leck am Verbindungspunkt zwischen der Rakete und dem Tail Service Mast Umbilical (TSMU) des mobilen Startturms. Dies ist kein Einzelfall: Ähnliche Lecks beeinträchtigten die Artemis-1-Testkampagne und verzögerten die unbemannte Mission um mehrere Monate. Trotz dieser Probleme gelang der Start von Artemis 1 letztendlich erfolgreich, was beweist, dass die zugrunde liegende Technologie funktioniert – aber auch die anhaltenden Herausforderungen beim Umgang mit kryogenen Treibstoffen verdeutlicht.
Reparaturen und Vertrauenstests
Nach der ersten gescheiterten Probe ersetzten NASA-Ingenieure zwei Dichtungen im problematischen Bereich. Bei einem anschließenden „Vertrauenstest“ am 12. Februar wurden die Tanks der Rakete teilweise mit LH2 gefüllt, wodurch ein separates Problem mit der Bodenunterstützungsausrüstung ans Licht kam. Dies war auf einen defekten Filter zurückzuführen, der inzwischen ausgetauscht wurde. Die aktuelle Einschätzung deutet darauf hin, dass die Korrekturen wirksam sind und es der NASA ermöglichen, mit der vollständigen Nass-Generalprobe fortzufahren.
Der Probenprozess
Der Test simuliert die gesamte Start-Countdown-Sequenz, einschließlich zweier vollständiger Durchläufe der letzten zehn Minuten, die als „Terminal Count“ bezeichnet werden. Das Team unterbricht den Countdown absichtlich an kritischen Punkten – und ahmt damit Szenarien nach, in denen sich ein Start aufgrund technischer Störungen oder des Wetters verzögern könnte. Diese bewusste Praxis stellt sicher, dass Controller auf reale Eventualitäten vorbereitet sind.
Mögliche Starttermine
Wenn der Test am 19. Februar ohne Probleme verläuft, strebt die NASA einen Starttermin für Artemis 2 bereits am 6. März an. Weitere Termine im März (7.-9. und 11.) werden ebenfalls in Betracht gezogen. Die Mission wird vier Astronauten – Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch von der NASA sowie den Astronauten Jeremy Hansen von der Canadian Space Agency – auf eine zehntägige Reise um den Mond und zurück zur Erde befördern.
Die anhaltenden Betankungsprobleme unterstreichen die inhärente Komplexität groß angelegter Raketenoperationen. Während die Lecks bei Artemis 1 letztendlich behoben wurden, unterstreichen diese wiederkehrenden Probleme die Notwendigkeit robuster Tests und Redundanz, um die Sicherheit der Besatzung und die Zuverlässigkeit der Mission zu gewährleisten. Der methodische Ansatz der NASA zeigt trotz Rückschlägen ihr Engagement für eine gründliche Vorbereitung, bevor sie auf einer Mondreise Menschenleben riskiert.

























