Selbst minimale Anpassungen der täglichen Routinen – nur ein paar zusätzliche Minuten Schlaf, etwas mehr Bewegung und eine kleine Verbesserung der Ernährung – können einer neuen Studie zufolge die Lebens- und Gesundheitsspanne erheblich verlängern. Eine Studie mit fast 60.000 Erwachsenen zeigt, dass bereits fünf zusätzliche Minuten Schlaf pro Nacht, zwei weitere Minuten mäßige körperliche Aktivität und eine halbe Portion zusätzliches Gemüse täglich mit einem durchschnittlichen zusätzlichen Lebensjahr verbunden sind.

Die kumulative Wirkung kleiner Gewohnheiten

Seit Jahren wird in öffentlichen Gesundheitsbotschaften die Bedeutung von ausreichend Schlaf, regelmäßiger Bewegung und einer gesunden Ernährung betont. Diese Untersuchung verdeutlicht jedoch, wie viel Einfluss selbst kleine Änderungen haben können. Die von Forschern der Universität Sydney durchgeführte Studie analysierte Daten aus dem britischen Biobank-Projekt und verfolgte Teilnehmer im Alter von 40 bis 69 Jahren über einen Zeitraum von acht Jahren. Die Teilnehmer berichteten selbst über ihre Ernährungsgewohnheiten und trugen Bewegungstracker, um körperliche Aktivität und Schlafmuster zu messen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit einem am wenigsten gesunden Lebensstil (etwa fünf Stunden Schlaf, fünf Minuten tägliche Bewegung und schlechte Ernährung) durch diese bescheidenen Anpassungen ein Lebensjahr gewinnen könnten. Dies ist vergleichbar mit größeren Änderungen in nur einem Bereich, beispielsweise 25 Minuten mehr Schlaf ohne Umstellung der Ernährung oder Bewegung.

Verlängerung der Gesundheitsspanne, nicht nur der Lebensspanne

Die Vorteile beschränken sich nicht nur auf ein längeres Leben. Die Studie legt auch nahe, dass diese kleinen Verbesserungen die „Gesundheitsspanne“ verlängern können – die Anzahl der Jahre, die bei guter Gesundheit verbracht werden. Teilnehmer, die diese Änderungen vornahmen, lebten schätzungsweise weitere vier Jahre frei von schwerwiegenden chronischen Erkrankungen wie Demenz, Herzerkrankungen, COPD und Typ-2-Diabetes. Das bedeutet nicht nur mehr Jahre, sondern auch mehr *Qualitätsjahre.

Auswirkungen auf die reale Welt: Nur fünf Minuten können ausmachen

Eine Parallelstudie mit über 40.000 Menschen in Norwegen, Schweden und den USA untermauert diese Ergebnisse. Daraus geht hervor, dass etwa 10 % der Todesfälle innerhalb von acht Jahren verhindert werden könnten, wenn die Mehrheit der Bevölkerung nur fünf Minuten moderate Bewegung pro Tag bräuchte.

Vorbehalte und zukünftige Forschung

Diese Studien sind zwar vielversprechend, weisen jedoch Einschränkungen auf. Selbst gemeldete Ernährungsdaten können ungenau sein und eine Woche Aktivitätsverfolgung spiegelt möglicherweise nicht vollständig die langfristigen Gewohnheiten wider. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um festzustellen, wie lange diese Veränderungen aufrechterhalten werden müssen, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen, und ob die Ergebnisse auf verschiedene Bevölkerungsgruppen anwendbar sind.

Letztendlich unterstreichen diese Studien eine starke Botschaft: Kleine, konsequente Verbesserungen des Lebensstils können zu erheblichen Gesundheitsgewinnen führen. Die Schwelle, um etwas zu bewirken, ist niedriger als viele glauben, und die kumulative Wirkung dieser Veränderungen könnte sowohl auf individueller als auch auf Bevölkerungsebene transformative Auswirkungen haben.