Die Trump-Administration kündigt einen tiefgreifenden Wandel in der Nuklearpolitik an, hin zu verstärkten Tests und einer möglichen Eskalation des globalen Wettrüstens. Dieser Wandel, der in den jüngsten Diskussionen auf hoher Ebene deutlich wurde, deutet auf die Bereitschaft hin, jahrzehntealte Normen aufzugeben und sich an eine neue Ära des Wettbewerbs zwischen Großmächten anzupassen.

Die sich verändernde Landschaft der Atomwaffen

Seit Jahrzehnten herrscht in der internationalen Gemeinschaft ein unsicheres Gleichgewicht der Abschreckung, wobei Verträge und informelle Vereinbarungen die Entwicklung und Erprobung von Atomwaffen einschränken. Allerdings ist dieses System mittlerweile unter Druck. China baut sein Nukleararsenal rasch aus und soll bis 2030 auf über 1.000 Sprengköpfe ansteigen. Russland testet aktiv fortgeschrittene Nuklearfähigkeiten, darunter weltraumgestützte Waffen und Unterwasserdrohnen. Diese doppelte Herausforderung – zwei große Gegner, die gleichzeitig ihre Nuklearstreitkräfte vorantreiben – bestimmt die Reaktion der Trump-Regierung.

Die US-Reaktion: Tests und Expansion

Die USA bereiten sich darauf vor, diesen Entwicklungen mit einem mehrgleisigen Ansatz entgegenzuwirken. Im Bundeshaushalt 2024 sind rund **90 Milliarden US-Dollar für Atomwaffen vorgesehen, um die Modernisierung bestehender Waffen und die Entwicklung neuer Systeme zu finanzieren. Noch kritischer ist, dass die Regierung die Wiederaufnahme explosiver Atomtests erwägt, eine Praxis, die seit 1992 eingestellt wurde.

Diese Entscheidung geht auf einen Streit darüber zurück, was einen Verstoß gegen den Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) darstellt, den die USA nie ratifiziert haben. Washington argumentiert, dass jeder Sprengstofftest, selbst in kleinem Maßstab, gegen den Geist des Vertrags verstößt, während andere Nationen die Unklarheit anders interpretieren. Russland hat Berichten zufolge überkritische Tests mit geringer Ausbeute durchgeführt, die schwer zu erkennen sind und von manchen möglicherweise nicht als Vertragsverstöße angesehen werden.

Die Rhetorik der Regierung lässt darauf schließen, dass sie bereit ist, diesen Maßnahmen zu folgen. Trump hat die USA öffentlich aufgefordert, ihre Waffen „auf gleichberechtigter Basis“ zu testen, was die Bereitschaft zum Ausdruck bringt, die derzeitige Zurückhaltung aufzugeben.

Implikationen für die globale Sicherheit

Dieser Wandel hat erhebliche Auswirkungen. Die USA öffnen die im Rahmen des New-START-Vertrags geschlossenen U-Boot-Raketenrohre wieder und erweitern damit möglicherweise ihr Arsenal um Hunderte neuer Sprengköpfe. Außerdem stationiert es konventionell bewaffnete Mittelstreckenraketen und füllt damit eine Lücke, die der inzwischen aufgelöste INF-Vertrag hinterlassen hat. Die Gefahr liegt nicht nur in der erhöhten Feuerkraft, sondern auch in der Möglichkeit einer Fehleinschätzung und Eskalation.

Die Aussicht auf ein nukleares Wettrüsten zwischen den USA, China und Russland ist destabilisierend. Die Unklarheit im Zusammenhang mit Tests und der Mangel an klarer Kommunikation erhöhen das Risiko einer versehentlichen Eskalation. Der Ansatz der Trump-Administration priorisiert Abschreckung durch Stärke, birgt aber auch die Gefahr, die Welt in eine gefährlichere Nuklearlandschaft zu treiben.

Das endgültige Ergebnis bleibt ungewiss, aber die Rhetorik und die Maßnahmen der Regierung deuten auf eine klare Absicht hin, die globale Atomordnung umzugestalten. Ob dies zu erneuten Verhandlungen oder einer weiteren Eskalation führen wird, hängt von der Reaktion anderer Nationen ab.