Ein 30-jähriger Mann in Nigeria wurde mit einem seltsamen medizinischen Fall vorgestellt: Zwei Wochen lang lief Urin aus mehreren Stellen seines Perineums aus. Die Ärzte diagnostizierten die Erkrankung als „Gießkannen-Perineum“, begleitet von Symptomen wie einem schwachen Urinstrahl, Harnröhrenausfluss, Tröpfeln und Brennen. Dieser Fall ist ungewöhnlich, da die zugrunde liegende Ursache kein typisches Nerven- oder Muskelproblem war, sondern eine schwere körperliche Behinderung.
Erstdiagnose und Komplikationen
Der schwache Urinfluss des Patienten erforderte vor weiteren Untersuchungen eine sofortige Blasenentleerung. Versuche, einen Katheter durch die Harnröhre einzuführen, scheiterten an einer unbekannten Blockade. Chirurgen umgingen die Obstruktion, indem sie über einen Bauchschnitt einen Katheter direkt in die Blase einführten. Die Urinanalyse ergab eine Staphylococcus aureus -Infektion, die in den Harnwegen selten vorkommt, es sei denn, es gibt ein physisches Hindernis, das die Vermehrung der Bakterien ermöglicht.
Bildgebung enthüllt einzigartige Morphologie
Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittel ergaben eine abnormal geformte Blase. Die Orgel hatte sich an ihrer Basis aufgeblasen und bildete eine ausgeprägte spitze Spitze, die einem Weihnachtsbaum oder Tannenzapfen ähnelte. Trotz der ungewöhnlichen Morphologie zeigten erste Scans keine Probleme innerhalb der Blase selbst, wie etwa Tumore oder Steine.
Diese Form – medizinisch „Weihnachtsbaum“-Blase genannt – wird typischerweise durch neurologische Probleme verursacht, die eine vollständige Entleerung verhindern, wie etwa Rückenmarksverletzungen oder Nervenschäden durch Krankheiten wie Multiple Sklerose. In diesem Fall war das Problem jedoch struktureller Natur.
Identifizieren der Grundursache: Harnröhrenstriktur
Weitere Bildgebungsuntersuchungen verdeutlichten das Problem: eine starke Verengung der Harnröhre, eine sogenannte Harnröhrenstriktur. Diese Behinderung unterbrach den Urinfluss und zwang die Blase, sich zu stark aufzublähen und ihre charakteristische Form anzunehmen.
Harnröhrenstrikturen können durch Beckenverletzungen, sexuell übertragbare Infektionen oder gegen die Harnröhre drückende Tumore entstehen oder idiopathisch bleiben (keine erkennbare Ursache). Die konkrete Ursache bei diesem Patienten wurde im Fallbericht nicht ermittelt.
Behandlung und Implikationen
Der Patient erhielt Antibiotika gegen die Staphylokokkeninfektion und unterzog sich einer Operation zur Rekonstruktion der Harnröhre. Während eine Operation Linderung verschafft, kommt es häufig wieder zu Harnröhrenstrikturen. Dieser Fall ist bemerkenswert, da eine Striktur eine seltene Ursache für eine Weihnachtsbaumblase ist. Häufiger entsteht die Erkrankung durch eine Nerven- oder Muskelfunktionsstörung und nicht durch eine körperliche Behinderung.
Der Fall unterstreicht die Bedeutung einer umfassenden Bildgebung bei der Behandlung ungewöhnlicher Harnsymptome. Eine Weihnachtsbaumblase ist normalerweise mit neurologischen Problemen verbunden, aber dieser Patient zeigt, dass auch strukturelle Probleme dafür verantwortlich sein können.
Dieser Befund unterstreicht die Notwendigkeit gründlicher diagnostischer Untersuchungen, um zu vermeiden, dass komplexe Symptome fälschlicherweise dem falschen zugrunde liegenden Mechanismus zugeordnet werden.




















