Die Replacements waren das fehlende Glied. Sie haben die rohe, schroffe Energie des Punks der späten 70er Jahre aufgegriffen und zu etwas mit echten Melodien und Herz verarbeitet. Das war nicht nur Lärm. Es war die Brücke, die uns von der Punk-Bewegung der späten 1970er Jahre direkt in die Alternative-Rock-Explosion der späten 1980er Jahre führte.
Die 1979 in Minneapolis gegründete Band begann als Gruppe von Teenagern mit zu viel Einstellung und zu wenig Übung. Paul Westerberg kümmerte sich um Gitarre und Gesang. Chris Mars hielt den Takt am Schlagzeug. Bob Stinson spielte Gitarre. Und dann war da noch Tommy Stinson, Bobs jüngerer Bruder, der bereits mit zwölf Jahren mit dem Bass begann.
Der Minneapolis Sound und das frühe Chaos
Minneapolis war in den frühen 80ern heiß. Prince stand bereits auf. Hüsker Dü hat es mit Hardcore-Intensität geschafft. Die Replacements passten in diese Szene, waren aber nicht ganz so ausgefeilt wie ihre Kollegen. Ihr Debütalbum Sorry Ma, Forgot to Take Out the Trash (1981) klang nach geradlinigem Punk. Kritiker verglichen sie sofort mit Hüsker Dü. Der Vergleich blieb aufgrund ihres Klangs bestehen. Aber die Replacements hatten auch eine Haltung, die einzigartig gereizt war.
Live-Shows waren unvorhersehbar. Manchmal waren sie von Anarchie inspiriert. Normalerweise herrschte betrunkenes Chaos. Die Fans wussten nie, was sie bekommen würden. Es war Teil der Berufung.
Ihren wahren Sound finden
Der Wandel erfolgte auf ihrem dritten Album, Hootenanny (1983). Country- und Blues-Einflüsse schlichen sich ein. Diese Veränderung bereitete die Bühne für drei vielseitige Alben, die ihr Vermächtnis definierten.
- Lass es sein (1984)
- Tim (1985)
- Freut mich, mich kennenzulernen (1987)
Diese Platten wurden von der Kritik gefeiert. Sie zeigten, wie Paul Westerberg als Popmusiker aufwuchs. Das Songwriting wurde schärfer. Die Melodien blieben hängen. Doch trotz des Lobes der Kritiker gelang der kommerzielle Durchbruch nie. Die Mainstream-Industrie wusste einfach nicht, was sie damit anfangen sollte.
Interne Kämpfe und Trennungen
Die Instabilität der Band war innerlich. Persönlichkeiten prallten aufeinander. 1986 wurde Bob Stinson gefeuert. Drogen- und Alkoholmissbrauch hatten ihn unzuverlässig gemacht. Slim Dunlap übernahm im folgenden Jahr die Gitarrenaufgaben.
Das letzte Studioalbum, All Shook Down (1990), war im Wesentlichen ein Solo-Westerberg-Projekt. Der Rest der Band leistete seinen Beitrag, aber es fühlte sich an wie das Ende. Die Replacements lösten sich kurz darauf auf.
Von den ursprünglichen Mitgliedern hatte Westerberg die erfolgreichste Solokarriere. Er machte weiterhin Aufzeichnungen. Er tourte weiter. Die ursprüngliche Besetzung hielt nicht lange.
Das kurze Wiedersehen
Ist die Magie zurückgekehrt? Eine Besetzung mit Westerberg und Tommy Stinson spielte zwischen 2013 und 2015 hochkarätige Konzerte. Die Fans hofften auf eine dauerhafte Rückkehr. Sie haben keinen bekommen. Die Band löste sich erneut auf.
Die Geschichte bleibt unvollendet. Der Einfluss ist klar. Der Sound ist auch heute noch in unzähligen Alternative-Bands zu hören. Aber die Band selbst? Es ist geschafft. Zur Zeit.