Zum ersten Mal überhaupt. Niere. Leber. Gewebe. Bioprinted außerhalb des Planeten.
Das kalifornische Unternehmen Auxilium Biotechnologies hat es gerade geschafft. Sie schickten ihren AMP-1-Biodrucker zur Internationalen Raumstation und er druckte lebendes Gewebe. Auch nicht nur eine Art. Es wurden Nierenzellen hergestellt. Leberzellen. Knorpel. Die Entwürfe kamen vom Wake Forest Institute for Regeneration Medicine in North Carolina.
Jacob Koffler, CEO von Auxilium, hielt sich nicht zurück. „Die Möglichkeit, mehrere Gewebetypen herzustellen … unterstreicht sowohl die Vielseitigkeit als auch die Skalierbarkeit“, sagte er. Große Worte. Großes Versprechen.
Das Experiment lief im Juni. Während die ISS umkreiste, produzierte die Maschine auch 28 Nervenreparaturimplantate. Alles kam in einer SpaceX-Dragon-Kapsel nach Hause, die am 17. Juni in den Pazifik spritzte. Echte Materialien. Zur Erde zurückgekehrt.
WFIRM-Direktor Anthony Atala sieht Potenzial. Er glaubt, dass die gleichmäßige Zellverteilung in der Schwerelosigkeit der Schlüssel ist. Vielleicht macht der Weltraum besseres Gewebe? Die Physik ist dort oben anders. Zellen sinken nicht auf den Boden. Sie schweben einfach in der Suspension, bis der Drucker sie ablegt.
Es ist nicht der erste Versuch des Weltraum-Bioprintings. Sicher, das war es nicht. Bereits 2018 testete Oleg Kononenko, ein russischer Kosmonaut, den „Bioprinter Organ.Aut“ auf der ISS. Es nutzte Magnete, um den Knorpel zusammenzubauen. Das war ein einzelner Zelltyp. Dieses neue Zeug? Mehrere Gewebe. Nieren und Leber eingeschlossen. Zum ersten Mal.
Auxilium möchte, dass dies skaliert wird. Sie sprechen von kommerziellen Produktionszentren. Biotechnologie im Orbit. Gesundheitsversorgung über den Wolken gedruckt. Isac Lazarovits, Vizepräsident für Technik, nannte es „einen aufregenden Schritt“. In einer Mission erwähnte er ein „bedeutungsvolles Produktionsvolumen“.
Es ist ein Meilenstein. Ob es zu routinemäßigen Fabrikhallen im erdnahen Orbit führt oder eine kostenintensive Neuheit bleibt, bleibt abzuwarten. Die Technologie funktioniert jetzt. Der Rest ist Logistik.
