Wilhelm Olbers hat nicht einfach im Dunkeln einen Stein gefunden. Am 28. März 1802 entdeckte der deutsche Astronom und Arzt etwas, das die Regeln des Sonnensystems neu schreiben würde. Es war Pallas.

Es liegt direkt hinter Ceres. Ceres war im Jahr zuvor angekommen. Pallas erhielt den Titel des zweiten entdeckten Asteroiden. Es ist auch das drittgrößte im Hauptgürtel. Olbers benannte es nach Pallas Athene. Die griechische Göttin der Weisheit. Ein passender Name für ein Objekt, das Geheimnisse über unsere Herkunft birgt.

Ein Schurkenorbit

Die meisten Asteroiden befinden sich in der Nähe der Ekliptikebene. Pallas nicht. Seine Bahnneigung beträgt steile 34,8 Grad. Das ist gewaltig im Vergleich zu seinen Nachbarn.

Dennoch ist sein Weg in anderer Hinsicht seltsamerweise standardisiert. Die Exzentrizität ist mit 0,23 moderat. Er hängt etwa 2,77 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt. Das sind rund 414 Millionen Kilometer. Oder 257 Millionen Meilen. Sein Jahr dauert 4,62 Erdenjahre.

Warum ist es wichtig? Denn Pallas sprengt die Form des typischen Asteroiden. Dies deutet darauf hin, dass der Hauptriemen keine einheitliche Scheibe ist. Es ist eine chaotische Mischung von Umlaufbahnen. Einige Leichen wanderten nach innen. Andere wurden nach außen geschleudert. Pallas ist einer derjenigen, die gekippt wurden.

Der Mythos vom fehlenden Planeten

Jahrzehntelang dachten Wissenschaftler, sie hätten das Wrack eines Planeten gefunden.

Ceres, Pallas, Juno und Vesta wurden alle innerhalb von fünf Jahren gefunden. Sie sammelten sich in der Lücke zwischen Mars und Jupiter. Bodes Gesetz sagte einen Planeten dort voraus. Es existierte nicht. Wissenschaftler gingen daher davon aus, dass es sich bei den Asteroiden um Bruchstücke einer einst riesigen Welt handelte.

Die Idee hörte sich gut an. Es war ordentlich. Es wird nicht mehr akzeptiert.

Pallas beweist, dass es falsch ist. Seine Zusammensetzung ist unterschiedlich. Es sind nicht nur Trümmer. Es ist ein primitiver Körper, der nie zu einem Planeten wurde. Es überlebte das Chaos, das den Rest des Raums um es herum zerstörte.

Ein dichter, nasser Fels

Pallas ist keine glatte Kugel. Es ist ellipsoidförmig. Ungefähr 275 mal 258 mal 238 Kilometer. Wenn man es glätten würde, wäre es eine Kugel mit einem Durchmesser von 513 Kilometern. Das entspricht etwa 15 Prozent der Breite unseres Mondes.

Es ist dunkel. Seine Albedo beträgt nur 0,15. Es reflektiert nur 15 Prozent des auftreffenden Sonnenlichts. Aber es ist dicht. Seine Masse beträgt 1,2 × 10²⁰ Kilogramm. Die Dichte liegt bei 3,4 Gramm pro Kubikzentimeter. Das entspricht der Dichte des Mondes.

Diese Dichte erzählt eine Geschichte. Es deutet darauf hin, dass Pallas über ein differenziertes Interieur verfügt. Ein Kern aus Metall. Ein Mantel aus Fels. Im frühen Sonnensystem war es heiß genug, um Materialien zu trennen. Es war einst ein Protoplanet. Ein gescheiterter Planet.

Es dreht sich schnell. Eine Umdrehung alle 7,8 Stunden.

Woraus besteht es? Kohlenstoffhaltiger Chondrit. Das gleiche Material wie bestimmte Meteoriten auf der Erde. Das ist uraltes Zeug. Unverändert seit der Entstehung des Sonnensystems.

Und es gibt Wasser. Oder zumindest,